14.05.2019

Wühlmäuse – Was hilft wirklich?

Sie ist der pelzige Albtraum eines jeden Hobbygärtners: Die Wühlmaus bringt junge Obstbäume zu Fall, verputzt ganze Gemüsebeete und lässt Blumen über Nacht verschwinden.

Knoblauch soll die hungrigen Nager angeblich vertreiben, doch dieser Tipp gehört wie viele andere in das Reich der Mythen, erklärt der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. (BDG).

„Die Wühlmaus kann selbst naturliebende Hobbygärtner zur Verzweiflung treiben“, erklärt Thomas Wagner, Fachberater des BDG. „Doch Hausmittel wie Knoblauch, dessen Geruch die Tiere angeblich vertreibt, sind leider wirkungslos. Nur weil Menschen starken Knoblauchgeruch unangenehm finden, geht es der Wühlmaus nicht genauso. Sie vertilgt sogar mit Vorliebe Porree und Zwiebeln von Zierlaucharten – alle eng mit dem Knoblauch verwandt.“

Oft werden auch Geräusche als Mittel gegen Wühlmäuse empfohlen. Klappermühlen, Klopfschallvibratoren oder Ultraschallgeräte finden guten Absatz. Doch auch sie sind langfristig wirkungslos. Der BDG rät stattdessen entweder auf konsequenten Schutz durch Pflanzkörbe oder auf tierische Verbündete zu setzen.

Körbe gegen Nagezähne

Pflanzkörbe aus Draht können gekauft oder selbst hergestellt werden und haben sich als wirksamer Schutz vor den Nagerzähnen erwiesen. Die Maschen des Drahtes sollten nicht größer als 15 Millimeter sein, und wer selber bastelt, muss darauf achten, die Seiten gut zu verhaken. Nur so haben die Nager keine Chance mehr.

Tier gegen Tier

Für den Gärtner sind die Wühlmäuse Plagegeister – für viele Tiere eine willkommene Mahlzeit. Jagdfreudige Katzen stellen den Nagern gern nach, aber auch Mauswiesel, Füchse, Mäusebussarde oder Eulen haben die Wühlmaus auf dem Speiseplan. Die nützlichen Jäger lassen sich auch gezielt in den Garten locken. Wiesel zum Beispiel lieben Totholz- und Steinhaufen als Unterschlupf, Mäusebussarden erleichtert man mit Sitzstangen die Jagd. Eulen nisten gern in alten Scheunen oder auf Dachböden – Einfluglöcher erleichtern ihnen den Einzug. 

Naturnah Gärtnern

Grundsätzlich rät der BDG auf einen naturnahen Garten zu setzen, um Schädlingsplagen zu vermeiden. Wo sich viele Nützlinge vom Marienkäfer bis zur Erdkröte wohlfühlen, können weniger beliebte Gartenbewohner nur schwer die Oberhand gewinnen. Und nicht zuletzt gilt: Gärtnern ist immer eine Arbeit in der Natur und mit der Natur. Die volle Kontrolle über das, was wächst, hat auch der beste Gärtner nicht. Im Zweifel hilft nur ausprobieren, beobachten, nachjustieren und nicht zu sehr ärgern. (BDG)