27.03.2021

Widerstandsfähig und attraktiv: Heimische Gehölze überzeugen

Pflanzt mehr blühende Sträucher und Bäume! Um der heimischen Tierwelt zu helfen, braucht es mehr Nahrungsangebote in unseren Gärten. Bestens geeignet sind heimische Gehölze, die oftmals widerstandsfähiger sind als Exoten. Mit ihrem Blütenreichtum schaffen sie einen attraktiven Ausgleich für eine ausgeräumte Kulturlandschaft und wertvolle Nahrungsangebote für Insekten. Und auch die Vogelwelt liebt heimische Gehölze. Eine große Auswahl gibt es im gärtnerischen Fachhandel.

Das Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) ist ein ökologisch wertvoller Großstrauch, der im Sommer und Herbst eine Zierde für jeden Garten ist. Natürlicherweise wächst er an Bachläufen und Waldrändern und verträgt sowohl Trockenheit als auch Überflutung. Die grünlichen Blüten im Mai und Juni werden von Bienen stark besucht. Daraus entwickeln sich attraktive, korallenrote Früchte mit rosafarbenem Mantel, die dem Strauch seinen Namen gaben. Während Vögel die hübschen Früchte unbeschadet fressen können, sind sie für Menschen dagegen giftig. Seinen stärksten Auftritt bietet das Pfaffenhütchen, auch Gemeiner Spindelbaum genannt, durch eine farbenfrohe Färbung im Herbst.

Die duftend weißen Schirmblüten des Gemeinen Schneeballs (Viburnum opulus) machen den Strauch im Mai und Juni zu einem attraktiven Anblick im Garten. Später im Jahr sind die beerenähnlichen Steinfrüchte der Hingucker. Die handtellergroßen Fruchtdolden schmücken das anspruchsvolle Gehölz im Herbst und Winter und bieten zudem Vögeln eine willkommmene Nahrungsquelle.

Durchaus auch für den Menschen lecker ist die Haselnuss (Corylus avellana). Der anspruchslose Großstrauch ist zudem ein wichtiger Futterspender für Eichhörnchen und andere Kleintiere. Beliebt ist die Haselnuss als Zeigerpflanze des Vorfrühlings: Noch bevor die Blätter austreiben, sehen die männlichen Bäume mit gelben Kätzchen-Blüten besonders schön aus. Das dichte Laubwerk ist zudem ein hervorragender Windschutz.

Ebenfalls noch vor den Blättern erscheinen die hellgelben Blüten der Kornellkirsche (Cornus mas), die den Großstrauch im Frühjahr zu einer zauberhaften Erscheinung machen. Die Blüten sind für Hummeln, Bienen und andere Bestäuber eine wertvolle frühe Nahrungsquelle. Die essbaren Früchte sind intensiv rot, säuerlich-herb und haben einen hohen Vitamingehalt. Bei vielen Vögeln stehen sie ganz weit oben auf dem Speiseplan. Besonders an warmen Standorten fühlt sich das robuste, anspruchslose und dabei formschöne Gehölz mit attraktivem Laub wohl.

Eher feuchten, humusreichen Boden bevorzugt der Schwarze Holunder (Sambucus nigra), auch Fliederbeere genannt. Blüten und Früchte dieses heimischen Wildstrauches können zu Sirup, Gelee und Likör verarbeitet werden. Doch nicht nur Menschen, auch Insekten und Vögel lieben Holundersträucher.

Ebenfalls aus der Natur in den Garten kommt die Vogelbeere (Sorbus aucuparia). Der heimische Laubbaum, auch Eberesche genannt, ist ein wichtiges Nährgehölz. Die Blüten erscheinen in weißen Rispen im Mai und Juni, die erbsengroßen, leuchtend roten Früchte zieren dann ab August den Baum. Im Herbst nimmt das grüne Laub eine attraktive Färbung von Gelb über Orange bis Rot an.

Eine vogelfreundliche Hecke lässt sich mit heimischer Eibe (Taxus baccata) gestalten. Das immergrüne Gehölz mit dunkelgrünen Nadeln ist sehr stabil und deshalb ein beliebter Niststrauch. Eiben gedeihen in der vollen Sonne, aber auch im Schatten. Sie sind zudem sehr schnittverträglich und lassen sich in alle erdenklichen Formen schneiden. Im Herbst bekommt der Strauch rote Beeren, die für Menschen giftig sind, aber von Vögeln unbeschadet gefressen werden.

Unterschätzte Nahrungsquelle der heimischen Fauna ist der Gemeine Efeu (Hedera helix). Denn der Bodendecker, der mithilfe von Haftwurzeln gerne an Wänden und Bäumen hochklettert, blüht erst im Alter. Ab etwa dem zehnten Lebensjahr erscheinen ab Ende August bis in den Dezember gelbliche Blüten – zu einer Zeit also, wenn ansonsten nur noch wenig Insektennahrung zur Verfügung steht. Die dunkelvioletten Beeren reifen mitten im Winter und sind wertvolles Futter für Vögel.

Widerstandsfähige Gehölze sind wichtig für unsere Tierwelt. Sie liefern über viele Jahre hinweg verlässlich Nahrung. Wichtige Partner im Kampf gegen die Mangelernährung der heimischen Tierwelt sind Gartenbaumschulen und der gärtnerische Fachhandel. Dort arbeiten Profis, die bei der Auswahl der richtigen Gehölze helfen und dank ihres Fachwissens mit wertvollen Pflanztipps helfen können.

Es muss nicht immer heimisch sein

In der freien Landschaft sind gebietsheimische Pflanzen gefordert. Sie machen auch im Garten eine gute Figur. Um der Insektenwelt eine möglichst durchgehende Blüte von Frühjahr bis Herbst zu bieten, dürfen im dörflichen und städtischen Raum aber auch bewährte Bienennährgehölze aus anderen Teilen der Welt gepflanzt werden. Sie bereichern die Vielfalt an Nährpflanzen, unter anderem durch wichtige Spätblüher. Fachkundige Beratung gibt es in Gartenbaumschulen und dem gärtnerischen Fachhandel. (GMH/GBV)