10.02.2019

Wald: Niedersachsens Bäume vorwiegend in privater Hand

Der Holzeinschlag im Privatwald beträgt heute knapp 40 Prozent der gesamten niedersächsischen Holzernte. Foto: Ehrecke/Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Der Holzeinschlag im Privatwald beträgt heute knapp 40 Prozent der gesamten niedersächsischen Holzernte. Foto: Ehrecke/Landwirtschaftskammer Niedersachsen

In Niedersachsen ist der Wald ein prägendes Landschaftselement. Auf rund 1,2 Millionen Hektar (ha), das ist etwa ein Viertel der Landesfläche, stehen Laub- und Nadelgehölze. Im bundesweiten Vergleich der absoluten Zahlen hat Niedersachsen die drittgrößte Waldfläche, so die Landwirtschaftskammer Niedersachsen am Donnerstag (17. Januar) in einer Pressemitteilung.

Auffallend ist der hohe Anteil an Wald in privater Hand, immerhin mehr als 700.000 ha. Damit bewirtschaften rund 60.000 der sogenannten Privatwaldbesitzer 59 Prozent des niedersächsischen Waldes. Der Rest entfällt auf das Land (29 Prozent), Körperschaften wie Landkreise oder Gemeinden (7 Prozent) und den Bund (5 Prozent).

Im Bund wie im Land ist der Privatwald klein strukturiert. Rund 42 Prozent der niedersächsischen Privatwaldbesitzer haben weniger als 20 ha Wald. Bundesweit sind es 57 Prozent. Durchschnittlich hat ein niedersächsischer Privatwaldeigentümer rund 11,5 ha Wald, der Bundesdurchschnitt liegt bei etwa 2,5 ha. Nur zwölf Prozent der bundesdeutschen Privatwaldfläche gehören zu Betrieben mit einer Größe über 1.000 ha.

Um trotzdem schlagkräftig agieren zu können, haben sich die niedersächsischen Privatwaldbesitzer mehrheitlich in sogenannten forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen wie Forstbetriebsgemeinschaften organisiert. Sie unterstützen den Waldbesitzer bei Waldpflege, Holzeinschlag und Vermarktung. In fachlichen Fragen und in Fragen der Förderung beraten die Forstämter der Landwirtschaftskammer die Privatwaldbesitzer.

Den Erfolg der forstlichen Zusammenschlüsse zeigt die Entwicklung des Holzeinschlages: Er konnte in den zurückliegenden zehn Jahren nahezu verdoppelt werden und beträgt jetzt knapp 40 Prozent der gesamten niedersächsischen Holzernte.

Deutschland ist zu 31 Prozent beziehungsweise auf gut 11 Mio. ha bewaldet. Spitzenreiter in der Bewaldung sind die süddeutschen Bundesländer wie Rheinland-Pfalz mit 42 Prozent, gefolgt von Hessen (41 Prozent), Baden-Württemberg und dem Saarland (beide 38 Prozent). Waldarm ist Schleswig-Holstein, wo auf gerade einmal zehn Prozent der Landesfläche Bäume stehen.

Bundesweit gibt es zwei Millionen private Waldbesitzer, die rund 44 Prozent der Waldfläche ihr Eigen nennen. Die verbleibenden 56 Prozent teilen sich das Land (29 Prozent), der Bund (3 Prozent), Körperschaften (19 Prozent) und Treuhänder (5 Prozent). (LWK NDS)