03.12.2017

Sprossbox: Der Schulgarten fürs Fensterbrett

Das Projekt

Gerade städtische Kinder verlieren zunehmend den Zugang zur natürlichen Lebensmittelproduktion und deren Zusammenhängen. Verursacht durch die Beschleunigung des gesellschaftlichen Lebens, den landwirtschaftlichen
Strukturwandel und veränderte Prioritäten im Bildungssystem, geht immer mehr Raum für naturnahe Bildungsangebote verloren. Nur wenige Kinder und Jugendliche wissen, wo ihre Lebensmittel wirklich herkommen. Noch weniger
haben schon einmal selbst Gemüse angebaut. Die Konsequenz ist ungesunde Ernährung, durch die Diabetes und Übergewicht zunehmen und eine sinkende Wertschätzung für Lebensmittel. Das führt unter anderem dazu, dass in
Deutschland mittlerweile über 30% der Lebensmittel weggeworfen werden.

Um dem entgegenzuwirken, entwickelte heimgruen mit der Sprossbox ein Bildungsprogramm, bei dem Kindergartenkinder und Grundschüler für Nahrungsmittelproduktion und gesunde Ernährung sensibilisiert werden.

Da nicht jede Bildungseinrichtung über die hierfür notwendigen Schulgartenflächen verfügt, kommen von heimgruen entwickelten biologisch abbaubare Pflanzgefäße zum Einsatz. Diese Variante birgt auch weitere Vorteile: Im Klassenverbund werden verschiedene Blumen-, Obst- und Gemüsesorten verteilt, wobei jedes Kind die Verantwortung
für seinen eigenen Acker (ein Pflanzgefäß, welches natürlich auch individuell gestaltet werden kann) trägt. Während der Ferien erweist sich die Verteilung auf verschiedene Gefäße sinnvoll, da so jedes Kind seinen Acker zur Pflege mit
nach Hause nehmen kann. Die Ernte der verschiedenen Obst- und Gemüsesorten erfolgt anschließend im Klassenverbund.

Die kleinen Bauern lernen Verantwortung nicht nur für sich, sondern auch für das Gesamtwohl der Klasse zu übernehmen. Das fördert das Verantwortungsbewusstsein, die Gemeinschaft und stärkt den Klassenzusammenhalt. So wird den Kindern spielerisch Grundwissen über die Herkunft ihres Gemüses und verschiedene Gemüsearten vermittelt –
sie entdecken neue Arten und Sorten. Außerdem werden gartenbauliche Fähigkeiten erworben und die Kinder stärken ihre sozialen Kompetenzen während der gemeinsamen Ackerzeit. „Die gemeinsame Arbeit steigert bei den Kleinen die Wertschätzung für Lebensmittel und das überträgt sich in ihr Handeln. Wir sind überzeugt, dass Sie sich so gesünder ernähren und weniger Lebensmittel verschwenden“, erklärt Mathias Röhm, Entwickler der Sprossbox.
Außerdem wird sich die Teilnahme positiv auf das private Umfeld der Kinder auswirken, da sie ihr neues Wissen und Bewusstsein mit nach Hause bringen und teilen, so Röhm weiter.

Um Kindern und Lehrern den Einstieg zu erleichtern, wird ihnen ein begleitendes umweltpädagogisches Programm zur Verfügung gestellt. Im Frühjahr 2018 ist es soweit und die ersten Schüler und Schülerinnen werden mit kostenlosen Pflanzutensilien ausgestattet. Los geht es in den Städten Leipzig, Hamburg, Köln, Essen, München, Hannover, Berlin und Dresden. Doch das soll erst der Anfang sein. In den nächsten Jahren sollen alle Schüler der Republik wieder das Pflanzen, Hegen und Pflegen lernen.

Wer steckt dahinter?

Träger des Projektes ist das Dresdner Startup heimgruen, das einen Online-Marktplatz für Produkte rund um Garten, Balkon und Terrasse betreibt. Zudem hat sich heimgruen auf die Entwicklung und den Vertrieb von biologisch abbaubaren Pflanzgefäßen spezialisiert. Dabei versteht sich das Startup als Bindeglied zwischen der handwerklich geprägten »Grünen Branche« und heutigen Kundenbedürfnissen.

Neben dem Kerngeschäft versteht sich heimgruen weiterhin als Befürworter und Antreiber des gesellschaftlichen Wertewandels – hin zu einer nachhaltigen Produktions- und Konsumkultur. Daher fördert das Unternehmen schon
seit dem Jahr seiner Gründung Kinderbildungs- und Umweltinitiativen. So konnten 2015 in Zusammenarbeit mit dem FiBl (Forschungsinstitut für biologischen Landbau) ca. 30 Kindergärten mit einer Grundausstattung ökologischer Pflanzgfäße versorgt werden. Dieses Engagement möchten wir verstärken, da wir gerade in der Kinder- und Jugendbildung den größten Hebel für ein Gelingen unserer Visionen sehen. Sprossbox – der Schulgarten fürs Fensterbrett. versteht sich als gemeinnützig und sinnstiftend, daher werden alle Produkte und Technologien zu ihren Selbstkosten zur Verfügung gestellt. Die Abrechnung des Projektes erfolgt unabhängig von Tagesgeschäft und wird transparent für alle Unterstützer aufgearbeitet.

Unterstützen

Aller Anfang ist schwer und auch wenn mit viel Elan und Begeisterung an unserer Vision gearbeitet wird, trägt sich ein solches Unterfangen nicht von allein. heimgruen als junges Startup ist momentan noch nicht in der Lage die Kosten des Projektes vollständig zu schultern. Daher sind wir auf die Hilfe der Crowd sowie auf die Unterstützung von Unternehmen angewiesen. So müssen speziell für die Kinder angepasste, biologisch abbaubare Pflanzgefäße entwickelt und produziert werden. Daneben verursachen natürlich Pflanzsubstrate und Saatgut, Logistik und Druck natürlich Kosten.

Infos:
kontakt(at)sprossbox.de