14.01.2014

Niedersachsen: Nachhaltige Wirtschaft in Wäldern

Gleich am Morgen beginnt der Tag mit Holz. Nicht nur beim massiven Frühstückstisch – auch in der Zeitung, der Brötchentüte und im Kaffeefilter ist der nachwachsende Rohstoff verarbeitet. Für eine angenehme und gleichzeitig umweltfreundliche Wärme setzen immer mehr Haushalte auf Pellet- oder Kaminöfen. In Niedersachsen ist die nachhaltige Holzgewinnung für gut 70% der knapp 1.115.000 Hektar Wald durch das PEFC-Zertifikat belegt. Damit liegt Niedersachsen im bundesweiten Vergleich auf den vorderen Plätzen. Bei dem PEFC-Siegel handelt es sich um eine Art „weltweiten Wald-TÜV“. Das Siegel belegt über die gesamte Produktionskette die Einhaltung ökologischer, ökonomischer und sozialer Kriterien. So dürfen Pflanzenschutzmittel in PEFC-zertifizierten Wäldern nur im Ausnahmefall eingesetzt werden. Wälder mit PEFC-Zertifikat werden nicht gedüngt, und Forstmaschinen halten bei Arbeiten im Wald vorgeschriebene Abstände ein. Zur naturnahen Bewirtschaftung der Wälder zählt auch der Grundsatz: „Es wird nur so viel Holz entnommen, wie neu angepflanzt wird“. Mit diesem Satz wurde in der Forstwirtschaft bereits vor 300 Jahren der Grundstein für den Begriff „Nachhaltigkeit“ gelegt. Hinzu kommen soziale Aspekte, wie eine tarifgerechte Bezahlung der Mitarbeiter, aber auch deren Sicherheit bei Waldarbeiten durch die richtige Schutzausrüstung.

Besonders Privatwaldbesitzer können sich dem System leicht und zu angemessenen Kosten anschließen. Zertifiziert wird nicht der einzelne Wald, sondern alle teilnehmenden Waldbesitzer in der Region Niedersachsen. Dazu sind Vertreter der kommunalen Wälder, der Bundeswälder und der Landesforsten, Naturschutzverbände, Gewerkschaften, forstliche Lohnunternehmer sowie die Vertretung der Privatwaldbesitzer organisiert. In ihrem alle fünf Jahre zu erstellenden Waldbericht weisen sie nach, dass die Vorgaben für das Zertifikat eingehalten wurden. Bei stichprobenartigen Vor-Ort-Kontrollen werden die Forstbetriebe von unabhängigen Gutachtern besucht. Neben allen wichtigen Unterlagen prüfen die Kontrolleure die Einhaltung der Standards, fahren raus in den Wald, schauen sich die Bestände und laufende Forstarbeiten an. An der Definition der Standards sind neben den Waldbesitzern auch Umweltverbände, Arbeitnehmer, forstliche Lohnunternehme sowie die Holzindustrie und der Holzhandel beteiligt. Das Siegel gibt es mittlerweile seit 13 Jahren. Niedersachsen war eines der ersten Bundesländer, in dem das Zertifikat für die Einhaltung der Kriterien erteilt wurde. PEFC-zertifizierte Holzprodukte aus Niedersachsens Wäldern garantieren Schadstofffreiheit und Rücksichtnahme auf Mitarbeiter und Umwelt. (LPD)