01.12.2017

Mushrooms and Health: Speisepilzforschung rund um die Welt

Champignons, Kräuterseitlinge, Shiitakepilze, Austern-seitlinge, alle essbaren Pilze stecken voller gesunder Inhaltsstoffe. Wissenschaftler rund um die Welt erforschen, wie sie wirken. (Bild: GMH/BDC)

Pilze sind gesund, wer weiß das nicht. Aber wie gesund sind sie wirklich? Wissenschaftler rund um die Welt versuchen das herauszufinden. Die Zahl ihrer Forschungen und Untersuchungen sind sehr zahlreich. In den verschiedenen Ländern Europas wird geforscht, wo das Heilen mit Pilzen immer mehr ins Blickfeld rückt, aber auch in Australien, Kanada, USA und vor allem in den fernöstlichen Ländern. China, Japan und Korea stehen wohl an vorderster Stelle, wenn es um Pilze und Gesundheit geht. Sie haben die längste Tradition, Pilze als Heilmittel zu verwenden. Beispielsweise wird der inzwischen auch bei uns beliebte Shiitake-Pilz dort bereits seit Jahrtausenden als Heilpilz gegen Entzündungen, Tumoren, Magenleiden und Kopfschmerzen verwendet. Aber die traditionelle Anwendung der Pilze beruht auf Erfahrungen, die wissenschaftlichen Anforderungen nicht immer standhalten. Daher forscht man, um herauszufinden, in wie weit sich die Erfahrungsmedizin mit den wissenschaftlichen Ergebnissen deckt bzw. ergänzen kann.

Entsprechend groß ist mittlerweile die Anzahl der Studien und Forschungsarbeiten. Daher wurde der Wunsch immer dringender, den Stand des Wissens festzustellen, die Erkenntnisse schneller in die Praxis einfließen zu lassen und Lücken zu erkennen, bei denen besonders dringlicher Forschungsbedarf besteht. 2007, also vor genau zehn Jahren, wurde bei der Internationalen Medizin-Pilz-Konferenz in Slowenien beschlossen, die Internationale Pilz-wissenschaftliche Gesellschaft, ISMS, mit der Zusammenstellung entsprechender Arbeiten zu beauftragen. In dieser Gesellschaft arbeiten Pilzwissenschaftler, Mykologen, beispielsweise aus Australien, USA, Kanada, China, Russland, Südafrika und natürlich Europa zusammen.

Eine Gruppe Wissenschaftler machte sich daran, die weltweiten Forschungsergebnisse zusammenzutragen, zu sichten und zum „Mushrooms and Health Report“ zusammenzustellen. 2008 lag der erste Report auf dem Tisch. Über die Internet-Seite www.mushroomsandhealth.com war und ist er für jedermann abrufbar. Alle darin enthaltenen Informationen beziehen die Wissenschaftler aus medizinischen, wissenschaftlichen und technologischen Datenbasen im Internet wie „medline“ oder „web of science“. Jeweils 2010, 2012 und 2014 wurde der Bericht aktualisiert. In kürzeren Abständen wird das „Mushrooms & Health Global Initiative Bulletin“ veröffentlicht, um aktuelle Erkenntnisse schneller zu verbreiten.

Eine umfassende Übersicht bieten die zwischen 150 und 200 Seiten umfassenden Mushrooms and Health Reports, die nüchtern und sachlich die Forschungsergebnisse auflisten – nach Gesundheitsbereichen gegliedert. Einige Erkrankungen wie Brustkrebs sind Dauerthemen, bei denen so viel geforscht wird, dass in jeder Ausgabe neue Erkenntnisse auftauchen. Vor allem in Fernost ist die unterstützende Wirkung bei der Behandlung von Brustkrebs heute weitgehend Standard. Ähnlich gesichert ist, dass sich der Cholesterinspiegel mit Hilfe von Pilzen senken lässt, dass sie helfen, Übergewicht zu reduzieren oder die Immunreaktion zu verbessern. Bei anderen Erkrankungen wie Alzheimer/Demenz gibt es ebenfalls sehr gute Erkenntnisse, die zwar vielversprechend sind, aber längst noch keinen Eingang in die medizinische Praxis finden konnten.

Zum Glück muss man darauf nicht warten. Die leckere Pilzmahl-zeit tut in jedem Fall der Gesundheit etwas Gutes. Und wenn sich eines Tages herausstellt, dass sich das auch auf die Gesundheit des Gehirns bezieht, umso besser.

Viele weitere interessante Informationen und Rezepte zu Speisepilzen finden Sie auf der Website www.gesunde-pilze.de. (GMH)