18.03.2020

Doppelte Frühlingsfreude: Kamelienblüte auf dem Höhepunkt und draußen florieren die Krokusse im Botanischen Garten Berlin

Die ältesten Kamelien im Botanischen Garten Berlin sind bereits an die 80 Jahre alt. Bild: Universität Berlin.

Die ältesten Kamelien im Botanischen Garten Berlin sind bereits an die 80 Jahre alt. Bild: Universität Berlin.

Die Kamelien im Botanischen Garten Berlin zeigen sich jetzt in schönster Blütenpracht. Das Kameliengewächshaus gleicht derzeit einem Frühlingsbesuch in einem üppig blühenden Wald Ostasiens. Die Kamelienblüte wird mindestens bis in den April andauern. Gleichzeitig ist im Freiland bereits schönster Frühling mit blühenden Schneeglöckchen, Märzenbechern, Krokussen und Primeln. Wer nach dem grauen Winter in Berlin Frühlingssehnsucht hat, wird im Botanischen Garten nun doppelt fündig. Der Gartenbesuch inklusive der Gewächs-häuser ist täglich von 9 bis 19 Uhr möglich.

Die ältesten Kamelien im Botanischen Garten Berlin sind bereits an die 80 Jahre alt und reichen bis unter das Gewächshausdach. Acht Wildkamelienarten und 54 zumeist historische Sorten wer-den im Kamelienhaus gezeigt. Neben den ausgepflanzten Kamelien werden fortwährend gekübelte Exemplare ausgewechselt, um den Besucherinnen und Besuchern das aktuell schönste im Schaugewächshaus zu präsentieren. Durch gezielte Sortenwahl sind frühblühende Kamelien be-reits ab Herbst, die spätesten im Mai zu sehen. Der Höhepunkt der meisten Sorten ist jedoch im Spätwinter.

Die erstaunliche Blütenvielfalt dieser Gattung reicht von einfachen bis gefüllten Blüten. Nicht nur einfarbige weiße, rosa oder rote Blütenblätter lassen sich entdecken, sondern auch interessant gepunktete, gesprenkelte und gestreifte. Auch die Blütengrößen sind verblüffend unterschiedlich: Während die Wildformen verhältnismäßig kleine Blüten zeigen, sind durch Jahrhunderte dauernde Züchtungsexperimente handtellergroße Blüten entstanden.

Große Faszination übte die Kamelie in Europa schon auf die aristokratische Welt des 18. Jahrhun-derts aus. Sie inspirierten Alexandre Dumas für seine „Kameliendame“, der musikalisch mit La Traviata ein Denkmal gesetzt wurde. Kamelien bevorzugen sauren Boden, kalkfreies Wasser und einen kühlen lichten Winterplatz. In unseren zentralgeheizten Wohnzimmern lebt die Kamelie daher
meist nicht lang; die trockene, warme Luft beantwortet sie schnell mit Abwurf der Blütenknospen und Blätter. Im Kamelienhaus des Botanischen Gartens stimmen jedoch die Kulturbedingungen und eine reiche Kamelienblüte die Belohnung.

Die Auswirkung der sonnigen Februartage ist sehr deutlich im Kamelienhaus zu sehen. Auf der sonnenzugewandten Seite des Gewächshauses stehen die immergrünen Bäume und Sträucher bereits in voller Blüte. Dagegen warten auf der sonnenabgewandten Seite des Gewächshauses noch viele dicke Blütenknospen auf die Öffnung und garantieren den Besucherinnen und Besuchern auch die nächsten Wochen ein üppiges Blüherlebnis.

Doch nicht nur die Kamelien sorgen für den ostasiatischen Frühling im Kamelienhaus: Zartviolette Chinesische Fliederprimeln, weiße, rosa, rote und violette Azaleen und gelber Winterjasmin umringen die Kamelien und sorgen wirklich für Frühlingsgefühle.

Weitere Blütehöhepunkte im Botanischen Garten bietet aktuell das Mittelmeergewächshaus mit Rosmarin, Lavendel, Aeonium, Natternkopf und vielen weiteren Pflanzen rund ums Mittelmeer sowie der Kanarischen Inseln.

Im Freiland erfreuen schon jetzt die ersten Frühjahrsblüher wie Winterlinge, Schneeglöckchen, Märzenbecher, Krokusse, Primeln, Blausterne und Christrosen die Besucherinnen und Besucher. Die Wiesen und Berganlagen werden zunehmend von buntem Flor überzogen. Betörend duften die Blüten der Chinesischen Zaubernuss. Am Japanpavillon scheinen lila Wolken durch den Wald zu schweben: die Ussuri-Alpenrosen (Rhododendron sichotense) blühen entzückend. (Freie Universität Berlin)