15.08.2019

Die im Schatten wachsen: Stauden und Farne für lichtarme Gartenbereiche

Vom Herbst bis in den Frühling werden die schattigen Bereiche des Gartens eher gemieden. Im Sommer jedoch, wenn die Sonne vom Himmel lacht, sind die Plätze unter Bäumen, Sträuchern und nah an Hecken dagegen sehr beliebt: Dort lässt es sich selbst während besonders heißer Tage gut aushalten. Leider ist der kühlende Schatten oft das Einzige, womit diese Areale punkten: Auf Pflanzen- und Blütenpracht trifft man dort eher selten. Das ist wirklich schade, denn tatsächlich gibt es eine Reihe eindrucksvoller Stauden und Farne, die sich im Schatten rundum wohlfühlen.

Schmückende Blätter

Im Schatten herrscht eine waldartige Atmosphäre. Nur teilweise erreicht die Sonne den Boden, der dadurch kälter und in der Regel auch feuchter ist. Diese Bedingungen sind für viele beliebte Gartenpflanzen, wie Rosen oder Lavendel, alles andere als gut. Landschaftsgärtner empfehlen daher, für diese Bereiche Pflanzen zu wählen, die auch in der freien Natur im Wald wachsen. Bestens geeignet sind zum Beispiel Funkien, botanisch auch Hosta genannt. Die meisten wilden Arten dieser Blattschmuckstauden stammen ursprünglich aus Asien und kommen dort in kühl-feuchten Bergwäldern vor. Daher fühlen sie sich auch hierzulande im Schattenwurf von Bäumen oder großen Sträuchern wohl - selbst unter Flachwurzlern wie Birke oder Spitz-Ahorn. Funkien bilden von Juni bis September zarte, glockenähnliche, je nach Sorte weiße oder lilafarbene Blüten aus, einige duften sogar. Ihren großen Erfolg bei Gartenbesitzern verdanken sie aber ihrem dekorativen Laub: Von groß bis klein, dick bis dünn, gewellt bis glatt bietet die Welt der Hosta alles. Auch der Farbreichtum ist beeindruckend. So gibt es neben den unterschiedlichsten Grüntönen auch Laub in Cremeweiß, Gelb, Blaugrau, mehrfarbig sowie interessant panaschiert. Bringt man gleich mehrere Funkien zusammen, entsteht im Schatten ein interessantes Gartenbild, in dem es sich auf einer Bank oder einem Liegestuhl herrlich aushalten lässt. Einziges Manko der Liliengewächse: Sie sind nicht nur bei uns Menschen, sondern auch bei Schnecken sehr beliebt. Haben Gartenbesitzer bereits Probleme mit den Tieren, raten Landschaftsgärtner, Sorten mit sehr festen Blättern zu wählen, wie die ‘Halcyon' oder ‘June'. Diese sind für die gefräßigen Schnecken nicht so einfach zu verzehren.

Raschelnde Wedel

Funkien lassen sich hervorragend mit Farnen kombinieren. Auch sie kommen mit den waldähnlichen Bedingungen im Schatten gut zurecht und trumpfen mit einer atemberaubenden Vielfalt an Grünschattierungen auf. Als sogenannte Gefäßsporenpflanzen bilden sie weder Blüten noch Früchte aus, sondern vermehren sich ausschließlich durch die Sporen auf ihrer Blattunterseite. Da es Farne von klein und bodendeckend bis groß und ausladend gibt, lässt sich für jede lichtarme Gartensituation die richtige Wahl treffen. Das Sortenspektrum reicht vom Tüpfelfarn (Polypodium vulgare), der gerade einmal eine Höhe von 20 Zentimetern erreicht, bis zum Königsfarn (Osmunda regalis), dessen Wedel eineinhalb Meter lang werden können. Doch nicht nur optisch hat der Farn einiges zu bieten. Zum einen ist er äußerst pflegeleicht - er braucht keinen Rückschnitt, sondern überwächst im Frühling die alten Wedel einfach mit neuen - zum andern ist er bei Schnecken und anderen Schädlingen äußerst unbeliebt. Darüber hinaus kann man in seiner Nähe herrlich entspannen: Wenn sich ein lauer Sommerwind in seinen Blättern verfängt, rauscht und raschelt es herrlich.

Blühende Waldpflanzen

Im Schatten und Halbschatten sprießt längst nicht nur Grün. Es gibt auch farbenfrohe Blühpflanzen, die am liebsten unter Bäumen wachsen. Romantisch mutet zum Beispiel das Tränende Herz mit seinen bogenförmig überhängenden Blütenständen an. Ursprünglich kommt diese Staude aus Korea und China, wo sie in lichten Berglaubwäldern wächst. Am bekanntesten sind die pinkfarbenen Sorten, doch es gibt auch weiße Exemplare, die in schattigen Gartenbereichen für helle Lichtreflexe sorgen. Die Sterndolde bevorzugt ebenfalls lichtarme Standorte. Zwischen Juni und September öffnet sie ihre interessanten Blüten, die aus einer einfachen, dichten Dolde und einem Kranz einzelner Blütenblätter bestehen. Ihre Farbpalette reicht von Weiß über Rosa bis hin zu Dunkelrot. Zur selben Zeit beschert auch die schattenliebende Prachtspiere - auch Astilbe genannt - wochenlange Farbenpracht. Ihre fedrigen Rispen leuchten je nach Sorte Reinweiß, Pastellgelb, Hellrosa oder sogar Violett und können einen Meter hoch werden. (BGL)