21.11.2017

BZfE: Fischerei und Ozeane vor riesigen Problemen

„Fisch für zwei Portionen die Woche, so wie es die Ernährungsempfehlungen teilweise noch vorgeben, gibt es gar nicht“ sagt Francisco Mari von der kirchlichen Organisation „Brot für die Welt“. Auf dem People´s Climate Summit in Bonn wies er eindringlich darauf hin, dass der Klimawandel inzwischen auch in den Meeren enorme Schwierigkeiten macht.

Die Fischerei hat bisher auch ohne den Klimawandel schon erhebliche Probleme gehabt: Überfischung, Zerstörung der Artenvielfalt in den Meeren, Verlust von Arbeit und Nahrung für die Menschen an vielen südamerikanischen, afrikanischen und asiatischen Küsten sowie Vermüllung und Verschmutzung sind schon seit Jahrzehnten bekannte Dauerthemen. Hinzu kommt jetzt die Versauerung des Ozeanwassers. Durch immer mehr CO2, das die Meere aufnehmen, erhöht sich auch der Versauerungsgrad in den Fischen. Außerdem stört sie die kalkbildenden Organismen in den Meeren, von denen auch die Fischpopulation abhängig ist. So seien viele Fischarten in den vergangenen Jahren nicht nur weniger sondern auch deutlich kleiner geworden.

Auch der Temperaturanstieg der Meere führe zu großen Veränderungen in den Fischpopulationen. So gebe es kaum noch Kabeljau in der Nordsee. Auf der Suche nach kühleren Gewässern verdränge er aber in den Polarmeeren den Polardorsch. Das ist nur eines von vielen Ergebnissen der Mission BIOACID, an der 250 Wissenschaftler deutscher Forschungsinstitute in den vergangenen acht Jahren gearbeitet haben.

Zusätzlicher Druck auf die Fischbestände entsteht durch die Intensivierung des Rohstoffabbaus am Meeresgrund. Der sogenannte Tiefsee-Bergbau und die wirtschaftlichen Interessen vieler Staaten an der „blue economy“ werde zu weiteren Schäden führen. Mit fatalen Folgen für die Küstenbewohner, denen es dann nicht nur an Fisch mangele sondern deren Lebensraum durch Überschwemmungen verloren gehe. Mari betonte, „je größer die Armut der Küstenbewohner in vielen Regionen ist, desto größer ist ihre Abhängigkeit vom Fischfang.“ Inzwischen werde aber vor vielen afrikanischen Küsten vor allem für den europäischen Markt gefischt, da deutscher Meeresfisch für den enormen Fischhunger der Europäer bei weitem nicht ausreiche. (BZfE)