20.06.2018

Bohnen: Attraktive Kletterkünstler

Bild: Natur im Garten

Das Image der Bohnen hat einen beachtlichen Wandel erfahren – früher noch mit dem Begriff „Arme-Leute-Essen“ assoziiert, sind Hülsenfrüchte heutzutage regelrechte Liebkinder der meisten Gärtnerinnen und Gärtner. Neben dem hohen Nährwert ihrer proteinreichen Samen, vermögen sie unsere Gärten auch mit ihren bunten Blüten und dem schönen Laub optisch zu bereichern. Da sich Bohnen auch in Töpfen oder Pflanzgefäßen kultivieren lassen, eignen sie sich wunderbar zum Begrünen von Terrasse und Balkon. Unsere Lieblinge unter den Hülsenfrüchtlern für Garten und Küche sind die Zuchtformen der Stangen- und Buschbohne, der Grünen Bohne und der Feuer- oder Prunkbohne, welche in Österreich auch als Käferbohne bekannt ist. Eine ganz spezielle Fähigkeit macht die Bohnen aber besonders wertvoll: sie reichern das Substrat ihres Standorts mit Stickstoff an.

„Hülsenfrüchte haben im Boden sozusagen ihre eigenen kleinen Stickstofffabriken. Sie gehen nämlich mit Knöllchenbakterien eine Symbiose, also eine beidseitig nutzbringende Beziehung, ein. An den Wurzeln der Bohnen bilden sich kleine Knöllchen, in welchen die Bakterien Stickstoff aus der Luft anreichern. Bei deren Zersetzung wird dieser Nährstoff wieder an den Boden abgegeben und kann so nachfolgenden Kulturen zugute kommen“, erzählt Katja Batakovic, fachliche Leiterin der Initiative „Natur im Garten“.

Erster Aussaattermin für Stangenbohnen im Freiland ist nach alter Gärtnerregel frühestens ab dem 10. Mai. Da sie zum Keimen mindestens 12 Grad Celsius benötigen, ist eine Vorkultur im Haus bereits ab Anfang Mai lohnenswert und gut gewachsene Pflänzchen kommen auch mit Schnecken besser zurecht. Die Stangenbohnen brauchen, wie der Name bereits verrät, ein Klettergerüst. Hierfür werden z.B. lange, gerade Haselnusszweige zeltförmig oder einzeln tief in den Boden gesteckt. Da sich die Bohnen zu stattlichen Kletterpflanzen mit üppiger Blattmasse und reichem Fruchtbehang entwickeln werden, sollte die Rankhilfe entsprechend stabil sein.

Steht die Konstruktion, werden um jede Stange fünf bis sechs Bohnensamen etwa 2 bis 3 cm tief in den Boden gelegt, Erde darüber gegeben und behutsam festgedrückt. Mit vereinter Kraft durchbrechen die zarten Keimlinge den Boden besser und können sich dann gleich an den angebotenen Stangen emporranken. Als Standort bevorzugen Stangenbohnen einen warmen, windgeschützten Platz und möglichst volle Sonne. Der Boden soll humos und nährstoffreich sein; dazu wird er am besten mit gut abgelegenem Kompost und organischem Dünger versorgt. Zum Schluss wird die Pflanzung noch ordentlich eingegossen. Wenn die jungen Pflanzen eine Höhe von etwa 15 cm erreicht haben, lohnt es sich, die Erde am Stiel leicht an zu häufeln. So bilden die Pflanzen mehr Seitenwurzeln, wodurch sie standfester sind und mehr Nährstoffe und Wasser aufnehmen können. Eine besser versorgte und kräftigere Pflanze ist widerstandsfähiger und kann verstärkt in Blütenbildung und Fruchtproduktion investieren. (Natur im Garten)