Baum des Jahres - die Esche
Der Umweltschutzverein Wahlstedt in Schleswig-Holstein mit seiner Aktion "Rette die Bäume - Rette den Wald" begann erstmals 1989 mit der Proklamation eines Baum des Jahres. Seitdem tagt das Kuratorium Baum des Jahres, welches aus 27 Mitgliedern besteht, jährlich im Oktober und ruft den Baum des Jahres aus.
Im Jahr 2001 bittet eine Baumart um Ihre Aufmerksamkeit, die wahrscheinlich viele bisher übersehen (oder zumindest nicht beachtet) haben. Denn sie hat keine spektakulären Blüten, Früchte oder Rinde und zeigt wenig Farbe - die Esche (Fraxinus excelsior L.).
Aussehen
Am besten ist die Esche im Winter zu erkennen - sie trägt samtschwarzene, zwiebelspitze Knospen. Die gibt es bei keiner anderen heimischen Baumart und macht die Esche somit unverwechselbar.
Normalerweise stehen die Blätter zu zweit exakt gegenständig am Spross. An besonders wüchsigen Trieben finden sich aber auch dreizählige Blattquirle, oder die Blätter sind am Spross versetzt oder stehen gar spiralig. Sie sind ca. 5-10 cm, lang gestielt, mitsamt dem Stiel 40 cm lang und 9 - 15-zählig gefiedert. Gefiederte Blätter bestehen aus einem Sitel (der Spindel) und den Fiederblättchen. Die Blattspindel kann in der Vegetationsperiode Photosynthese betreiben, bleibt anschließend aber nicht mehr als "Ballast" am Baum. Im Herbst verfärben sich die Blätter höchstens gelblich grün, meist bleiben Sie unverfärbt.
Die Blütefähigkeit der Esche tritt mit ca. 30 Jahren ein.
Die Blüten befinden sich zu vielen in reich verzeigten Blütenständen (Rispen) und erscheinen bereits vor den Laubblättern im März/April. Eschenblüten sind zweigeschlechtig, aber - und das ist eine Besonderheit, auf einem Baum kann auch das eine oder andere Geschlecht mehr oder weniger reduziert sein bis hin zu rein männlichen oder rein weiblichen Blüten, ja sogar rein männlichen oder weiblichen Bäumen. Diese Besonderheit wird als dreihäusig bezeichnet. Da den Blüten auffällige Kelch- und Kronblätter fehlen, kann man zu Recht folgern, daß die Esche durch den Wind bestäubt wird.
Die Früchte sind Flügelnüsse. Sie fallen während des ganzen Winters aus der Krone, werden durch die Flügel zu Schraubenfliegern und erreichen so Entfernungen von bis zu 125 m vom Mutterbaum.
Die Esche gehört in die Familie der Ölbaumgewächse, zusammen mit den Sträuchern Flieder, Forsythie und Liguster. Sie wird ein hoher Baum mit kugelförmiger Krone und erreicht Stammdurchmesser bis zu 2m und Höhen bis über 40m. Das Höchstalter beträgt 250 bis 300 Jahre.