Nahrung
Lippfische ernähren sich im Riff im allgemeinen von Schnecken, Muscheln, Borstenwürmern, Krebsen, Seesternen und auch Seeigel stehen auf dem Speiseplan. Die harten Bestandteile der Nahrung werden mit kräftigen Schlundzähnen zerkleinert. Im Auffinden dieser Leckerbissen sind die Tiere sehr erfinderisch. Größere abgestorbene Korallenteile oder Steine werden mit dem Maul weggeschoben oder umgedreht, auch der Sand wird auf der Suche nach Würmern durchwühlt. Wirbellose Meeresbewohner werden ebenfalls nicht verschmäht. Es gibt aber auch Nahrungsspezialisten: Einige Arten haben sich auf Plankton spezialisiert, andere ernähren sich von kleineren Fischen. Manche Arten plündern mit Vorliebe den Laich aus den Gelegen von einigen Riffbarschen

Eine Besonderheit bieten die sog. Putzerlippfische (Gattung Labroides). Sie ernähren sich von Parasiten, die auf der Haut von anderen Fischen sitzen. Dazu bilden sie im Riff regelrecht Putzstationen, die alle anderen Fische gerne aufsuchen. Hier sind oft ganze Schwärme der Putzer versammelt. Die Putzerlippfische signalisieren mit bestimmten Schwimmbewegungen ihren Putzwillen und die "Kunden" warten in langen Schlangen geduldig auf ihre "Behandlung". Sind sie endlich an der Reihe werden alle Flossen abgespreizt, Maul und Kiemen geöffnet. Die Putzer schwimmen ein und aus und picken neben den Parasiten auf der Haut auch Nahrungsreste aus den gefährlichen Zahnreihen der Raubfische.
Bei vielen anderen Lippfischgattungen kann dieses Verhalten im juvenilen Stadium ebenfalls beobachtet werden.
Im Aquarium sollte die Nahrung der Lippfische ebenso abwechslungsreich sein wie in der freien Natur. Hier bekommen sie Mysis, Artemia (Salinenkrebschen), Krill, Muschel- und Krebsfleisch und Fischfleisch. Nach Eingewöhnung gehen sie aber auch an Flockenfutter und Futtertabletten.
Fortpflanzung
Es gibt bei den Lippfischen, wie bei allen Fischen, Männchen und Weibchen. Allerdings sind diese Tiere protogyne Zwitter.
Einige schlüpfen als primäre Männchen. Wird jedoch einem Harem das Männchen weggefangen oder gefressen, entwickelt das ranghöchste Weibchen innerhalb von Stunden ein "männliches" Äußeres. Nach einigen T-agen ist dieses Weibchen dann ganz zum Männchen geworden und auch fortpflanzungsfähig. Die primären Männchen weisen allerdings meist eine kräftigere Färbung auf als die diese sekundären, d. h. aus Weibchen "entstandenen" Männchen. Diese Besonderheit findet man auch bei der Familie der Anemonenfische.
Das Paarungsritual richtet sich nach dem Mondzyklus und ist von den Gezeiten abhängig. Meist findet die Paarung in den wärmeren Monaten des Jahres statt. Die winzigen Jungfische leben im Riff sehr versteckt, einige findet man auch in der Nähe von Anemonen, wo sie sich, wie die Anemonenfische, durch die nesselnden Meeresbewohner Schutz verschaffen.