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Artikel : Tiere : Die Familie der Lippfische - von Beate Seidel

Die Familie der Lippfische - von Beate Seidel


Die Familie der Lippfische (Labridae) mit über 60 Gattungen und etwa 400 Arten wird in den Meeren nur noch von den Grundeln in der Artenvielfalt übertroffen.
Diese Fische bezaubern den Betrachter besonders durch ihre intensive F-ärbung. Die kräftigen Farben der Jugendformen wechseln im Lauf der Jahre meist völlig, dass man meinen könnte, einen ganz anderen Fisch vor sich zu haben. Als Farbmuster kommen Quer- und Längsstreifen, Punkte und Flecken in vielen Variationen vor.
Die Körperformen stehen in ihrer Vielfalt der Färbung nicht nach. Manche erwachsene Lippfische präsentieren sich besonders bullig, z. B. der Napoleonfisch (Cheilinus undulatus) oder der Spiegelfleck-Lippfisch (Coris aygula). Bei diesen Fischen fällt auch eine große "Beule" am Kopf auf, die ihnen ein besonders massiges Aussehen verleiht.
Ebenso vielgestaltig ist bei dieser Fischfamilie die Form der Flossen. Die meisten Lippfische haben jedoch zumindest in der Jugend eine "Torpedoform", der sie auch ihre außergewöhnlichen Schwimmkünste zu verdanken haben. Sie schwimmen nur mit den Brustflossen, können jedoch auch pfeilschnell durchs Wasser schießen, wobei dann allerdings auch die Schwanzflosse zum Einsatz kommt.
Lippfische schwimmen viel, schnell und sind sehr wendig. Daher benötigen sie auch große Aquarien mit viel Freiraum zum Schwimmen.
Die Größenunterschiede reichen von Lippfischen unter 10 cm Länge bis zu Riesenformen von bis zu 2,30 m (Napoleonfisch). Trotz dieser enormen Größe sind diese Fische in den touristischen Tauchgründen oft handzahm, schwimmen auf Taucher zu und lassen sich auch streicheln.
Leider werden sie oft mit aufgeweichten Semmeln, gekochten Eiern und anderer unnatürlicher Nahrung angelockt. Kein Aquarianer würde auf die Idee kommen, seine Fische im Aquarium mit Semmeln zu füttern! Durch die häufigen Tauchgänge mit dieser Art der "Fütterung" gehen die Fische meist über kurz oder lang kläglich ein.